Chronik

«Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr»

Vor knapp 95 Jahren, am 1. Oktober 1921 wurde die erste «Freiwillige Feuerwehr Triesenberg» gegründet, sie bestand bis zum Jahre 1928. Nach einem fünfjährigen Unterbruch gründeten einige motivierte Triesenberger am 24. März 1933 den heute noch immer bestehenden Verein, die Freiwillige Feuerwehr Triesenberg. 28 Mitglieder zählte die Feuerwehr bei der Gründungsversammlung, geleitet wurde die Mannschaft vom Hauptinitianten Johann Schädler («Rosibuab»), zum ersten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Triesenberg wurde Pius Schädler gewählt.

 

Knapp zwei Wochen nach der Wiedergründung, am 3. April 1933 schloss sich die Freiwillige Feuerwehr Triesenberg dem Liechtensteinischen Feuerwehrverband an. Noch im selben Jahr nahm der aktive Verein am landesweiten Feuerwehrtag in Schaan teil. Nach zwei Jahren im Amt trat Pius Schädler 1935 als Kommandant zurück, sein Nachfolger hiess Rochus Lampert.

 

Vierzig Jahre nach der ersten Vereinsgründung erhielt die Freiwillige Feuerwehr Triesenberg ihre erste Vereinsfahne, notabene die erste Feuerwehr Liechtensteins mit eigener Fahne. Fahnenpatin Elsa Beck übergab das Schmuckstück am 24. September 1961 an die Feuerwehr Triesenberg. Am 20. August 1965 ging ein langjähriger Wunsch der Vereinsmitglieder in Erfüllung, sie erhielten eine Motorspritze modernster Technik. Aufgrund der Siedlungsentwicklung und dem erhöhten Gefahrenpotenzial fand eine stetige Professionalisierung statt. 1974 war ein Freudenjahr für den Verein. Zunächst erhielt der Verein seine eigenen Räumlichkeiten – ein eigenes Feuerwehrdepot – im Mehrzweckgebäude «Kontakt» im Obergufer. Kurze Zeit später wurde ein Feuerwehrauto angeschafft. Dieses ist nach über 42 Jahren noch immer im Dienst, das erste Tanklöschfahrzeug ist heute in Malbun stationiert. Auch Funk- und Atemschutzgeräte gehören seit den Siebzigerjahren zur Ausrüstung der Feuerwehrleute.

 

Was für eine Leistung, Rochus Lampert hatte sich zeitlebens für die sein -Hobby und Ehrenamt engagiert und trat 1977 – nach über 42 Jahren Frei-willigenarbeit – aus Altersgründen als Kommandant vom Amt zurück. In die Fussstapfen des Ehrenmitglieds Rochus Lampert trat fortan Franz Bühler. Dieser führte seine Tätigkeit mit ebenso viel Herzblut aus, wie sein Vorgänger. In den Achtzigerjahren, genauer gesagt 1988, traten auch erstmals Frauen der Feuerwehr Triesenberg bei. Auch hier war der Verein ein Vorbild für alle Feuerwehren des Landes, denn Triesenberg nahm als erste Feuerwehr drei Frauen in den Dienst auf. Leider ist die freiwillige Feuerwehr Triesenberg -aktuell wieder ein ausschliesslicher Männerverein, obwohl Frauen jederzeit willkommen sind.

 

Franz Bühler übergab 1989 die Führung nach 12-jähriger Amtstätigkeit an Karl Eberle. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit konnte er am 31. März 1990 den Schlüssel des neuen Tanklöschfahrzeuges aus den Händen des Gemeindevorstehers übernehmen. Karl Eberle stand der Freiwilligen Feuerwehr Triesenberg von 1989 bis 2009 als Kommandant vor. Die langjährigen -Kommandanten hatten eines gemeinsam: Alle führten «ihren» Verein stets vorbildlich, äusserst verlässlich und mit viel Einsatz.

 

2009 trat Karl Eberle nach 20 Jahren als Kommandant zurück, und erhielt an der Generalversammlung den hochverdienten Titel des Ehrenkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Triesenberg. Berno Beck übernahm für drei Jahre das Amt des Kommandanten.

Auch Vereinsfahnen werden älter. Die erste Vereinsfahne wurde 1961 ein-geweiht, zum 50-jährigen Bestehen der Fahne, wurde am 1. Oktober 2011 die neue, verjüngte Vereinsfahne der Freiwilligen Feuerwehr Triesenberg eingeweiht. Die ehrenvolle Aufgabe der Fahnenpatin übernahm Mirjam Müller.

 

Thomas Eberle wurde 2012 zum Kommandanten der Feuerwehr und ist seit mittlerweile vier Jahren im Amt. Erst im Mai dieses Jahres konnte ein nigelnagel-neues Löschfahrzeug von der Gemeinde in Empfang genommen werden. Im Ernstfall stehen heute 46 aktive Feuerwehrmänner im Bereitschaftsdienst, retten, unterstützen und helfen den Einwohnerinnen und Einwohner Triesenbergs überall dort, wo es den Einsatz der Feuerwehr benötigt.

 

«Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr» – seit 95 Jahren verkörpert die Freiwillige Feuerwehr Triesenberg diese Worte. Werte wie Freiwilligkeit, Eigenverantwortung und Dienst an der Gemeinschaft werden bei der Triesenberger Feuerwehr genauso, wie bei allen freiwilligen Feuerwehren des Landes grossgeschrieben.